26 Mar
2026
Global China Conversations #47
Der Industrial Accelerator Act: Kann die EU ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu China in strategischen Sektoren neu gestalten?
11:00
–
12:00
Am 4. März 2026 stellte die Europäische Kommission den Industrial Accelerator Act vor, der als Versuch der Europäischen Union verstanden werden kann, ihre industrielle Basis wieder zu stärken, strategische Abhängigkeiten zu verringern und die Kontrolle über kritische Wertschöpfungsketten zurückzugewinnen. Da chinesische Unternehmen tief in europäische Lieferketten eingebunden sind und China weiterhin zu den größten Handelspartnern der EU zählt, könnten die Auswirkungen kaum größer sein. Was will die EU mit dem Gesetz letztlich erreichen? Wie weit ist sie bereit zu gehen, um Chinas industrielle Dominanz herauszufordern – und zu welchem Preis? Wie könnten chinesische Unternehmen reagieren, und welche Rolle könnte die chinesische Regierung bei der Gestaltung dieser Reaktionen spielen? Und wie könnte das Gesetz die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und China verändern?
Programm
Die Veranstaltung besteht aus Impulsvorträgen der Sprecher gefolgt von einer Diskussion.
Die Global China Conversation #47 wird auf Deutsch abgehalten.
Positionspapiere
Binder, J., Dohse, D., Görg, H., Liu, W.-H., Schoel, B. und Semrau, F.O. (2026), Ambition without Precision: Why the Industrial Accelerator Act Falls Short, IP Lab Policy Brief No. 01, March 19, 2026, Kiel Institut für Weltwirtschaft. Link: https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/ambition-without-precision-why-the-industrial-accelerator-act-falls-short-19600/
Hoeckle, A. und Schwenke, M. (2026), Industrial Accelerator Act (IAA): Handelspolitische Kohärenz sichern – Offenheit bewahren – Wettbewerbsfähigkeit stärken. BGA Positionspapier, March 10, 2026, Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. Link: https://bga.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Positionspapiere/Positionspapiere_Europa/BGA_Position_IAA_Web.pdf
© Kiel Institute / Michael Stefan
Speakers
Dr. Finn Ole Semrau (Kiel Institut)
Stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Industrial Policy Lab und Postdoktorand am Kiel Institut.
Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von globalen Wertschöpfungsketten, nachhaltiger Entwicklung und Innovationspolitik, mit einem Schwerpunkt auf staatlich gelenkter Umweltinnovation und dem Hochskalieren von grünen Wasserstofftechnologien. Derzeit ist er aktiv in der Debatte rund um den EU Industrial Accelerator Act eingebunden und analysiert, wie dessen „Made in Europe"-Ansatz und die neuen Bedingungen für ausländische Direktinvestitionen die europäische Industriestrategie neu gestalten könnten. Finn Ole Semrau setzt sich engagiert für die Verbindung von Wissenschaft und Politik ein. Seine beratende Tätigkeit umfasst Beiträge für das Europäische Parlament, die UNIDO sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Alexander Hoeckle
Abteilungsleiter Außenwirtschaft & Zoll, Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA)
Dipl.-Kfm. Alexander Hoeckle, geboren 1966 in Bonn, arbeitet nach Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann an der RWTH Aachen seit über 30 Jahren in der Außenwirtschaft. Dies überwiegend im Außenwirtschaftsbereich diverser Industrie- und Handelskammern (IHK). Aachen, Düsseldorf, München und Köln waren seine Stationen. Seit Frühjahr 2023 ist er Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Exporthandels e.V. (BDEx) sowie Abteilungsleiter Außenwirtschaft und Zoll des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) in Berlin. Er vertritt den BGA im Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA). Ehrenamtlich ist er im Vorstand der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung (DCW), Düsseldorf tätig. In seine Arbeit bringt Herr Hoeckle umfassende Erfahrung und Kompetenz in der Außenwirtschaft, ein großes Netzwerk im In- und Ausland sowie sehr gute Kontakte in Wirtschaft und Politik ein. Hohe Beratungskompetenz gegenüber mittelständischen Unternehmen in Fragen der Internationalisierung und Globalisierung sowie umfassende Erfahrung im internationalen Messewesen runden sein Profil ab.
Moderation
Dr. Vera Eichenauer
Vera Eichenauer ist Ökonomin beim Bundesministerium der Finanzen und arbeitet zu geoökonomischen Fragen. Zuvor forschte Sie an der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich (Schweiz). Sie interessiert sich für Wirtschaftspolitik und Fragen der internationalen ökonomischen Governance. Sie promovierte 2016 an der Universität Heidelberg in Volkswirtschaft und erhielt ihren Masterabschluss in Internationalen Beziehungen von der Sciences Po Paris.
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